Rezo

Rezo, Klima & dem politischen Diskurs

Deutschland erlebte in den letzten Tagen und Wochen einen politischen Diskurs und Beteiligung mit neuem Tiefgang.
Schon seit Monaten gehen junge Menschen im Rahmen der Fridays For Future Bewegung für Klimaschutz und zukunftsfähige Politik und Denkweisen auf die Straße. Und kurz vor der Europawahl sahen sich die etablierten Parteien mit Videos der Youtuber Szene konfrontiert, welche die bisherige Politik massiv kritisierte – allen voran, das Video von Rezo.
Mitglieder der Deutschen Gesellschaft CLUB OF ROME kommentieren die aktuellen Entwicklungen und ordnen diese ein.

Zu Rezo, Klima & dem politischen Diskurs

Prof. Maximilian Gege

“Gehör und Verständnis ist angesagt”

Friday for Future löste eine zunächst nicht zu erwartende Lawine der Begeisterung und Zustimmung aus. Der Klimaschutz erhielt plötzlich, trotz jahrelanger vielfältigster Aktionen verschiedener Akteure, höchste Priorität. Auch in den Unternehmen, ob mittelständisch oder Global Player spüren wir vermehrte Einsicht. Das kritische Nachfragen der eigenen Kinder trägt dazu auch entscheiden bei. Gehör und Verständnis ist angesagt.

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Das ist ein zukunftsweisender und außerordentlich wertvoller „Verdienst“ der vielen jungen Menschen, die hier zum Protest auf die Straße gegangen sind.
Der Boden scheint bereitet und es muss jetzt entscheidend darum gehen, die große Zustimmung und das Nachdenken zu einem konkreten Handeln, für einen praktischen Klimaschutz, überzuleiten. Die Konzepte liegen auf dem Tisch. Auch der COR steht an vorderster Front und kann wertvolles know how, Impulse und konkrete Projekte bereitstellen. Grenzen des Wachstums….JA.
Grenzen des Engagements und der Kreativität für eine kohlenstoffarme/freie Welt…NEIN.
Also, aktivieren wir uns selbst und Alle um uns herum und fangen wir an, unsere wunderbare und doch so fragile Welt nachhaltig zu gestalten.

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Prof. Maja Göpel

“Die Wahlen waren eine Lektion für die ewigen Blockierer”

Die Wahlen haben mehr als deutlich gezeigt: Klima- und Umweltschutz sind Topthemen und wegweisend für das Wählerverhalten.,…, Klimaschutz als Generationenfrage tritt nun so offensichtlich zutage, dass eine Transformation unserer Wirtschafts- und Lebensgewohnheiten nicht nur naturwissenschaftlich und ökonomisch rational, technisch möglich und ethisch integer erscheint, sondern schlicht unvermeidlich wird.

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Die Wahlen zeigen: Immer mehr Bürger wollen den Umbau mittragen, wenn ihnen nichts vorgemacht wird und wenn Zusagen eingehalten werden. Noch vor wenigen Jahren gingen Milliarden in die Rettung von kriselnden Industrien und Banken, weitere Milliarden gehen am Staat vorbei, weil Steuern gar nicht erst erhoben werden – nicht nur Kerosin zum Fliegen, nicht bei internationalen Internetfirmen, nicht bei denen, die Hinterziehung von Steuern weltweit organisieren. Es fehlt also nicht an Geld. Es fehlt an gelebter Verpflichtung gegenüber dem Wolergehen aller, für das eine gesunde Umwelt und vielfältige Natur Bedingung ist.
Nach dieser richtungsweisenden Wahl gilt es also umso mehr, den Blick aus dem Rückspiegel auf den Horizont zu lenken, auf neue Pfade, Chancen und Allianzen, die besonders Europa bietet. Es geht um den Mut, sich einer Herausforderung zu stellen, die wissenschaftlich nüchtern betrachtet wirklich bedrohlich ist und die wir nur mit gemeinsamen Gestaltungswillen meistern werden.
Auszug aus FAZ Artikel “Das Klima kippt, und die soziale Balance kippt mit” von Maja Göpel und Antje Boetius.

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Dr. Petra Künkel

“Die Zukunft steht auf”

Spätestens seit Mitte 2018 ist klar: die Zukunft steht auf und nimmt sich Aufmerksamkeit. Sie trägt das Gesicht von jungen Menschen wie z.B. in #Fridaysforfuture und im Video des Yotubers #Rezo. Nicht die Fakten sind neu – viele Mitglieder des Club of Rome und viele andere prominente Wissenschaftler bzw. Politiker haben seit vielen Jahren vor der Entwicklung hin zur Klimakrise gewarnt. Endlich wird der breite Konsens auch aktiv organisiert dank #Scientistforfuture.

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Neu ist, dass die Jugend in die Verantwortung geht und die Ignoranz und Verantwortungslosigkeit (oder oft Bequemlichkeit) der älteren Generation, die in etablierten Machtsystemen gefangen ist, mit innovativen Methoden zunächst schlicht benennt. Das ist gut so. Transparenz ist der erste Schritt in die Veränderung. Vor einem fast 10 Millionen mal geklickten Video kann man sich nicht mehr verstecken.
Für einschneidende Veränderungen werden wir nie zu alt. Der Gründer des Club of Rome, Aurelio Peccei sagte gerne, dass es klare Grenzen des Wachstums gibt, aber keine Grenzen des Lernens. Was können wir lernen?
​1. Man kann Zahlen, Daten, Fakten so cool rüberbringen, dass man problemlos eine Stunde zuhören kann, um danach zu sagen – ich stehe jetzt auf und kümmere mich um die Zukunft.
2. Es ist Zeit, dass wir von der Jugend lernen.
3. Die Kombination von Mut, Stimme erheben, Authentizität und guter Recherche wirkt.
4. Nicht nur die Jugend denkt global und vernetzt sich global – wir global Change-maker auch. Es ist Zeit, dass wir das besser nutzen – raus aus der Konkurrenz und rein in die gegenseitige Unterstützung.
Und das letzte sollte Anlass dazu sein, dass wir uns auf allen Ebenen damit beschäftigen, WIE wir die großen Transformationen umsetzen, in Deutschland, weil wir es können, wenn wir wollen. Und global, weil wir für die Zukunft des Planeten (und damit unsere) an einem Strang ziehen müssen. Es ist Zeit, dass wir unsere Umsetzungsvorschläge nicht in Konkurrenz vermarkten, sondern zusammenbringen. Weil sie zusammenwirken müssen. Wir brauchen staatliche (globale) Regulierungen, zukunftsweisende Messinstrumente jenseits des Bruttosozialproduktes, technologie- und Innovationsförderung, die nur auf Nachhaltigkeit fokussiert, ein völlig neues ökonomisches Referenzsystem, das uns alle und den Planeten unterstützt, die Weiterentwicklung der Demokratie, damit sie kritisches Lernen fördert, Bildung, die Zukunftsverantwortung in den Mittelpunkt stellt und ein neues Narrativ, das sagt – ja, wir können Zukunft anders gestalten, wir können unseren Job machen und uns um das Leben kümmern. Das brauchen wir alles gleichzeitig und im Zusammenspiel. Deswegen müssen nicht einige wenige, sondern alle damit beschäftigt sein. Und wir können all das nicht der Jugend überlassen, sondern müssen sie unterhaken und mit ihr gemeinsam gehen. Unsere beste Möglichkeit, uns auf die Zukunft vorzubereiten, ist sie gemeinsam zu gestalten.

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Dr. Petra Künkel

“Die Zukunft steht auf”

Spätestens seit Mitte 2018 ist klar: die Zukunft steht auf und nimmt sich Aufmerksamkeit. Sie trägt das Gesicht von jungen Menschen wie z.B. in #Fridaysforfuture und im Video des Yotubers #Rezo. Nicht die Fakten sind neu – viele Mitglieder des Club of Rome und viele andere prominente Wissenschaftler bzw. Politiker haben seit vielen Jahren vor der Entwicklung hin zur Klimakrise gewarnt. Endlich wird der breite Konsens auch aktiv organisiert dank #Scientistforfuture.

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Neu ist, dass die Jugend in die Verantwortung geht und die Ignoranz und Verantwortungslosigkeit (oder oft Bequemlichkeit) der älteren Generation, die in etablierten Machtsystemen gefangen ist, mit innovativen Methoden zunächst schlicht benennt. Das ist gut so. Transparenz ist der erste Schritt in die Veränderung. Vor einem fast 10 Millionen mal geklickten Video kann man sich nicht mehr verstecken.
Für einschneidende Veränderungen werden wir nie zu alt. Der Gründer des Club of Rome, Aurelio Peccei sagte gerne, dass es klare Grenzen des Wachstums gibt, aber keine Grenzen des Lernens. Was können wir lernen?
​1. Man kann Zahlen, Daten, Fakten so cool rüberbringen, dass man problemlos eine Stunde zuhören kann, um danach zu sagen – ich stehe jetzt auf und kümmere mich um die Zukunft.
2. Es ist Zeit, dass wir von der Jugend lernen.
3. Die Kombination von Mut, Stimme erheben, Authentizität und guter Recherche wirkt.
4. Nicht nur die Jugend denkt global und vernetzt sich global – wir global Change-maker auch. Es ist Zeit, dass wir das besser nutzen – raus aus der Konkurrenz und rein in die gegenseitige Unterstützung.
Und das letzte sollte Anlass dazu sein, dass wir uns auf allen Ebenen damit beschäftigen, WIE wir die großen Transformationen umsetzen, in Deutschland, weil wir es können, wenn wir wollen. Und global, weil wir für die Zukunft des Planeten (und damit unsere) an einem Strang ziehen müssen. Es ist Zeit, dass wir unsere Umsetzungsvorschläge nicht in Konkurrenz vermarkten, sondern zusammenbringen. Weil sie zusammenwirken müssen. Wir brauchen staatliche (globale) Regulierungen, zukunftsweisende Messinstrumente jenseits des Bruttosozialproduktes, technologie- und Innovationsförderung, die nur auf Nachhaltigkeit fokussiert, ein völlig neues ökonomisches Referenzsystem, das uns alle und den Planeten unterstützt, die Weiterentwicklung der Demokratie, damit sie kritisches Lernen fördert, Bildung, die Zukunftsverantwortung in den Mittelpunkt stellt und ein neues Narrativ, das sagt – ja, wir können Zukunft anders gestalten, wir können unseren Job machen und uns um das Leben kümmern. Das brauchen wir alles gleichzeitig und im Zusammenspiel. Deswegen müssen nicht einige wenige, sondern alle damit beschäftigt sein. Und wir können all das nicht der Jugend überlassen, sondern müssen sie unterhaken und mit ihr gemeinsam gehen. Unsere beste Möglichkeit, uns auf die Zukunft vorzubereiten, ist sie gemeinsam zu gestalten.

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Uli Mayer-Johanssen

“Des Kaisers neue Kleider | Parallelwelten werden immer offensichtlicher”

Gestern noch beklagten wir die Politikverdrossenheit der Jugend. Gestern noch waren die sozialen Medien ein Spiel, die Inhalte oft belächelte Banalitäten oder schlicht Marketingplattformen die rein ökonomischen Interessen dienten. Ganz offensichtlich haben jene, die Musikvideos und Fashiontrends zum Thema machten, sich professionalisiert und treten mit Überzeugung und Sachverstand für Themen ein, die ihre Zukunft betreffen.

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Ob Greta Thunberg, die weltweit zu einer Protestbewegung gegen den Klimawandel geführt hat, oder Rezo, der mit seinem Video und seinen provokanten Aussagen in kürzester Zeit 7,5 bzw. mittlerweile rund 11 Millionen Menschen erreicht hat. Sie teilen das Gefühl, dass sie Verantwortung übernehmen und Engagement dafür zeigen müssen wie ihre Zukunft aussieht. Und sie entzaubern den bewundernden Blick auf Status, Machtgebärden und Narzissmus eines Trugbilds, das uns wider allen Verstandes am Bestehenden festhalten lässt.
Der Kaiser ist nackt. Wir müssen uns die Frage stellen, warum wir uns von ungebremsten Wachstumsvorstellungen auf einem begrenzten Planeten mit begrenzten Ressourcen und zum Teil absurden Vorstellungen von Glück und Wohlstand haben in die Sackgasse führen lassen. Mythen und Narrative verschleiern unseren Blick auf die Realität und bieten Möglichkeiten, uns mit unseren kognitiven Dissonanzen zu arrangieren. Storytelling wurde zu einem Betäubungsmittel, das uns Gewissheit bot, unsere Denkhaltungen, Glaubensgrundsätze und unsere Bequemlichkeit zu bewahren und an dem festzuhalten, was uns Erfolg und Wohlstand gescherte.
Bei der Frage, ob die Menschheit den Willen und die Chance hat, diesen offensichtlich nötigen radikalen Wandel herbeizuführen, lässt ein Blick auf die letzten 2000 Jahre berechtigte Zweifel aufkommen. Alle Hochkulturen sind am Festhalten an dem, was ihnen Macht und Wohlstand bescherte zugrunde gegangen. Wir sind blind geworden für das, was uns unweigerlich in den Abgrund zieht.
Zukunft wird erst dann zum Wagnis, wenn wir uns herz- und tatenlos in ein Schicksal ergeben, das wir als unausweichlich ansehen. Spätestens jetzt müssen wir es wagen, unser Wissen und unsere Kompetenzen zu bündeln, um Vorstellungen zu entwickeln, wie wir leben wollen und um Wege in die Zukunft zu beschreiten.
Der Weckruf kommender Generationen sollte Ansporn und Verpflichtung sein, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie wir all unser Wissen dafür einsetzen können, alles „Lebensdienliche*“ zu fördern und alles Lebensverzehrende und Vernichtende dem Anschein von Unausweichlichkeit zu entreißen. Die toxischen Auswirkungen einer Globalisierung, die ausschließlich auf Gewinnmaximierung setzt und die Welt nur noch als Markt betrachtet, hat uns die Fähigkeit geraubt, das Ganze zu sehen und die Welt als Grundlage unseres Lebens anzuerkennen und zu bewahren. Ohne Zweifel, wir sind dran!
*Hans Christian Andersen
**Daniel Dahm aus: Sustainability Zeroline Das Maß für eine zukunftsfähige Ökonomie

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Prof. Uwe Schneidewind

“Wir erleben eine lustvolle wissenschaftliche Auseinandersetzung”

Die aktuelle Entwicklung offenbart eine neue Art der Wissenschaftskommunikation. Im Zentrum stehen (junge) Menschen mit einem sie stark bewegenden Anliegen. Dieses machen sie explizit und argumentieren mit wissenschaftlichen Mitteln. Es geht hier nicht allein um die Form der Kommunikation; es geht vielmehr um eine die gesamte Person umfassende Haltung, mit der das Anliegen vorgetragen wird.

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Auf diese Weise erleben wir eine lustvolle wissenschaftliche Auseinandersetzung, die in weiten Teilen des heutigen Wissenschaftsgeschäftes verloren gegangen ist. Gerade die in Reaktion auf das Rezo-Video entstandenen vielfältigen „Faktenchecks“ machen deutlich, wie interessant die Beschäftigung mit wissenschaftlichen Hintergründen auch für junge Menschen sein kann. Ermöglicht wurde sie durch die Kombination aus provokanten und zugespitzten Aussagen in einem Video und ihrer Hinterlegung mit wissenschaftlichen Quellen. Das schafft die Grundlage für die vertiefte Auseinandersetzung. ,…,
Bewegungen wie Fridays for Future oder die YouTuber wie Rezo und maiLab ermahnen uns, wieder den gesamten Menschen auch im wissenschaftlichen Handeln wiederzuentdecken: Mit ihnen erleben wir Menschen mit hoher Präsenz und als ganze Person. Das macht sie so überzeugend. Darum sehen junge Menschen 55 Minuten einem Politikvideo zu. Es ist die Authentizität, mit der die YouTuber ihre Zuhörer erreichen. ,..,
Wie viel lustvoller und anregender ist es, wenn Menschen mit Anliegen aufeinander treffen und sich auf wissenschaftliche Argumente beziehen. Das tut der Wissenschaft und der Kraft des Argumentes gut.
Auszug aus der Merton Kolumne “YouTuber, Fridays for Future und die Wissenschaftskommunikation”

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Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker

“Sehr glücklich”

Svenja Schulze hatte schon seit längerer Zeit die CO2-Steuer gefordert, aber mit wenig Resonanz. Die Konservativen sind schlicht dagegen und reden sich heraus “wir brauchen Innovation, nicht eine Steuer” oder “wir brauchen eine Mengensteuerung, also handelbare Lizenzen, nicht eine Steuer”. Das ist amerikanisierter Populismus pur. In Amerika ist das Wort Steuer total vergiftet.

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Dabei ist die sanft anfangende Steuer mit Rückgabe der Einkünfte ans Volk (Schweizer Modell) a) sozial gerecht und b) ein toller Innovationsanreiz und c) fast identisch mit der Mengensteuerung, sofern man diese nicht so idiotisch macht wie zuvor, wo man die Lizenzen verschenkt hat.
Und dann kamen die Fridays for Future Schüler und die Themen plötzlich groß in die Medien und plötzlich nimmt man Frau Schulz ernst.
Darüber bin ich sehr glücklich.

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Prof. Uwe Schneidewind

“Wir erleben eine lustvolle wissenschaftliche Auseinandersetzung”

Aktuell wirken wir Erwachsenen, wie Kinder.
Die Kinder hingegen, wie unsere Eltern. Sie sind es, die uns erziehen.
Über Jahrzehnte erschufen wir ein System, an das wir uns so gewöhnt haben, dass es uns alternativlos erscheint. Wir benennen etwas als Wachstum, selbst wenn wir damit den Planeten zerstören. Obwohl es immer wieder Warnungen seitens der Wissenschaft gab, so führten diese weder zu einem anderen Verständnis von Wohlstand, noch zu einer Veränderung unseres Konsum- und Lebensstils oder gar anderen Denkweisen.

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Aurelio Peccei, der Gründer des CLUB OF ROME sagte einmal „Der moderne Mensch kann fast alles verändern, doch vergisst er dabei, sich selbst zu entwickeln“.
So ‚feierten‘ wir weiter und lebten unser Leben, wie wir es wollten.
Bis vor Kurzem.
Die junge Generation hat nun die Verantwortung übernommen, unsere Standpunkte und unser Verständnis von der Welt zu hinterfragen, Missstände anzusprechen und mit aller Klarheit zu benennen, was wir nicht mehr dürfen und was sich verändern muss – auch oder vielleicht sogar insbesondere in unserem Denken. So etwas fühlt sich nie schön an. Und manche wollen es auch nicht wahrhaben. Statt die Weitsicht der jungen Generation einzunehmen oder gar nachzuempfinden, beharren sie auf ihren Standpunkten und stellen unsere ‚Erzieher*innen‘ infrage; verurteilen deren Sicht auf die Welt als naiv, nutzen deren Urlaubsflüge oder Schulstreiks als Ablenkung und fordern, die komplexen Herausforderungen den Profis zu überlassen.
Statt endlich gemeinsam anzupacken, steuern wir auf einen ernsten Konflikt der Denkweisen zu, in dem – demokratisch betrachtet – die Generation der ‚alten Denkweisen‘ noch eine ganze Weile am längeren Hebel sitzt. Die jungen Menschen zeigen eine ungeheure Motivation, die Welt zu verändern und Weichen für eine zukunftsfähige Entwicklung zu stellen. Statt zu sehr in unseren Denkweisen, Machtstrukturen und Narrativen gefangen zu sein, sollten wir die Welt manchmal vielleicht doch eher mit ‘Kinderaugen’ sehen: „Wenn es ums Überleben geht, gibt es keine Grauzonen“ (Greta Thunberg).

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Den Zeitgeist treffend: Das Hamburger Menetekel

Eine Kooperation des Deutschen Schauspielhaus Hamburg,
der Deutschen Gesellschaft CLUB OF ROME und CLUB OF ROME Schulen

Schüler*innen aus allen sieben Stadtbezirken lasen und deuteten die Zeichen (Graffiti) an den Hamburger Wänden.
Ihre Erkenntnisse ließen vermuten, dass Hamburg und die Welt vor gravierenden Veränderungen steht. Gemeinsam mit Künstler*innen und Wissenschaftler*innen der unterschiedlichsten Fachgebiete – darunter Dr. Daniel Dahm, Prof. Mojib Latif und Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker – führten sie vom 24. bis 26. Mai das Publikum in eine Welt großer und drängender Fragen; zwischen Spiel und Wirklichkeit, Sorge und Vergnügen ist es Teil der Verhandlung um die Gestaltung unserer Zukunft.

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